Sonntag, 24. Januar 2010

Feuer...

... braucht man, falls man meine neueste Rock-Kreation nachbasteln möchte.
Eigentlich ist es keine neue Kreation, sondern eher eine verbesserte Neuauflage von meinem Abfackelrock. Den hatte ich zum letzten WGT genäht, und obwohl ich ihn eigentlich schon ziemlich toll fand, war ich mit einigem nicht richtig zufrieden.

Auf die Idee zum Abfackelrock bin ich durch diese tolle Anleitung für Organza-Blumen gekommen: *klick*

Anleitung

Was braucht man?
2 x Organza, 1 x steifer Tüll, 1 x weicher Tüll, Jersey und Einlage, 2 Ösen, 2 Satinbänder, 1 Reißverschluss (18-20 cm)

Was macht man?
Ich habe einen Tellerrock aus ganzen Kreisen genäht und zwar mit vier Lagen: (von unten) Organza, steifer Tüll, Organza, weicher Tüll.
Eine Anleitung für einen Tellerrock findet ihr z.B. hier: http://www.natronundsoda.net/naviframe.html?klamotten/index.html (--> Trauerspiel --> Corines Tellerrock)







Da ich keine Lust auf einen Bund aus Fertig-Schrägband hatte, habe ich zum ersten Mal Schrägband selbst gemacht. Dazu habe ich Baumwolljersey mit Einlage verstärkt und dann in Form gebügelt. Fertig angenäht ist mein Bund 2 cm breit. Links und rechts oben vom RV habe ich je eine Öse eingebaut und ein Satinband befestigt. So kann man den Rock zusätzlich zum Reißverschluss mit einer Schleife schließen.



Der fertige Rock sieht schon sehr gut aus, und wer es nicht abgefackelt mag, wäre jetzt quasi schon fertig mit der Arbeit. Aaaber, jetzt fängt der Spaß ja erst richtig an!



Ihr braucht jetzt eine Kerze (und natürlich Feuer) und haltet die einzelnen Stofflagen vorsichtig einige Zentimeter über oder neben die Flamme. Probiert es am besten erst mal an Stoffresten aus oder bastelt ein paar Organzablumen. Die Stoffe reagieren alle sehr unterschiedlich auf die Hitze und schmoren mehr oder weniger schnell weg.
Ich habe als erstes beide Organzalagen zum Versäubern an den Rändern angeschmort. Dann habe ich fröhlich drauflos gefackelt -quer über die Stofflage. Es empfliehlt sich, zuerst die Organzalagen anzufackeln, da diese den Rock nochmal schön in Form bringen, weil der Organza so schön zusammenschmort. Beide Tüllsorten, die ich verwendet habe, schmoren nicht zusammen, sondern gehen nur kaputt. Also habe ich zuletzt einige schöne Löcher und Risse in den Tüll gebrannt. Solltet ihr elastischen Tüll verwenden, könnt ihr diesen jedoch auch zusammenschmoren.







Hier mal der fertige Rock im Ganzen. Das Foto ist nicht so super, weil man sehr wenig erkennt. Ich werde mal ein besseres posten, wenn ich auch die Hose genäht habe, die ich drunter ziehen möchte. Aber man kann auf jeden Fall schon sehen, dass der Rock schön absteht, auch ohne Petticoat drunter.



Das tolle an diesem Rock ist, dass ihr den Organza nicht in mühevoller Kleinarbeit versäubern müsst und dass ihr die Stoffe nicht soo ordenlich zuschneiden müsst, wie es sonst nötig (und - wie ich finde - bei Organza unmöglich) ist.

Wie kann man variieren?
verschiedene Farben verwenden, Spitzenstoff verarbeiten, als unterste Lage blickdichten Futterstoff verwenden (welchen man je nach Material auch abfackeln kann), mit Schleifen und Stoffblumen aufrüschen, statt Kreise Quadrate verwenden (Das hatte ich beim ersten Rock gemacht. Wenn man die Quadrate versetzt zusammennäht, ergibt es einen extra Zipfellook.)

Resteverwertung
Bei der Gelegenheit habe ich mir mal die Mühe gemacht und sämliche kleine Stoffreste, die ich an Tüll und Organza hatte, zu verarbeiten. Ich habe daraus kurzerhand unzählige Kreise ausgeschnitten. Nachdem ich sie schön geschmort habe, warten sie nun darauf, zu Blumen verabreitet zu werden.



Liebe Kinder: Nicht alleine nachbasteln!

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