Dienstag, 26. März 2013

Neues Haus für die Menschen, neuer Eigenbau für die Meerschweinchen

Natürlich kommen die Meerschweinchen bei unserem Großprojekt nicht zu kurz. Aufgrund der räumlichen Voraussetzungen muss ein neues Gehege her. Und da wir bald so unverschämt viel Platz haben, gibt es für die Kleinen natürlich ein größeres Gehege. In einem eigenen Zimmer. Ein Meerschweinchenkinderzimmer sozusagen.

Bei unserem letzten Gehegebau hatte ich nur Fotos vom Endergebnis gezeigt. Diesmal hatte ich aber große Lust die Entstehung etwas ausführlicher zu dokumentieren. Den Versuch eine Anleitung zu schreiben habe ich zwischendurch aber aufgegeben.

Einen Rat für alle, die auch einen Eigenbau planen, möchte ich euch gleich vorweg mit auf den Weg geben: Vergleicht unbedingt Preise! Wir haben extrem große Preisunterschiede bei den Materialien festgestellt. Dafür sind wir einen halben Tag durch mehrere Baumärkte getigert. Aber das hat sich sehr bezahlt gemacht. Schwierig war es Holzplatten zu finden, die lang genug sind. Das Holz und das Plexiglas haben wir letztendlich bei Toom Baumarkt gekauft, weil dies der einzige auffindbare Laden war, wo das Holz lang genug und das Plexi am günstigsten war (Wir haben es woanders für das Doppelte gesehen!) war. Die Kautschukmatte ist aus dem Baustoffhandel. Den Rest gab es für ähnliche Preise in allen Baumärkten.

Vorüberlegungen:
Wir wollten ursprünglich einen Unterbau unter das Gehege bauen um zusätzlichen Stauraum zu erhalten. Wir waren aber zwiespältig, da damit die Möglichkeit der Schweinchen, einfach aus dem Gehege laufen zu können bei geöffneter Vorderfront, weggefallen wäre. Außerdem war ich mir nicht sicher, ob mir dann nicht jede Gehegesäuberung einen Bandscheibenvorfall oder zumindest einen Hexenschuss beschert. *g* Zu guter letzt haben wir keine zufriedenstellende Idee gehabt für die Konstruktion eines Unterbaus wie wir ihn uns vorgestellt haben.
Damit es von unten ein wenig wärmer ist und um das neue Laminat zu schützen, haben wir unter den eigentlichen Boden des Geheges eine Kautschukmatte (gestückelt) gelegt. Man braucht sie für das Gehege nicht unbedingt.
Im letzten Eigenbau hatten wir eine Siebdruckplatte als Boden. Wir haben uns dieses Mal aus zwei Gründen dagegen entschieden: Sie ist zum einen auf Dauer einfach nicht sauber genug zu halten, zum anderen ist sie sehr teuer. Daher haben wir uns diesmal für eine Einlage aus dünnem PCV entschieden, den man feucht abwischen und bei Bedarf auch einfach mal ersetzen kann. Da das PVC ja wasserdicht sein sollte, haben wir einfach eine beschichtete Spanplatte als Boden genommen.

Entwurf:


Material:
weiß beschichtete Spanplatten, 16 mm (Boden, Rückwand, Seitenwände)
Plexiglas, 4 mm (Vorderwände)Kanthölzer (Halterungen für die Vorderwände)
Umleimer
PVC-Belag
viele Schrauben und Winkel
lange Metallwinkel
Kautschuk-/Bauschutzmatte

Nach einigem Sägen, Schneiden, Schrauben, Hämmern, Bügeln und Fluchen ist das Gehege mittlerweile beinahe einzugsbereit. Auf den letzten Bildern sieht man, dass sich die großen Plexifronten sehr wölben bzw. sich stark verschieben lassen. Daher werden wir da noch schmale U-Profile anbringen. Zwischendurch gab es einigen Ärger, weil es sich als ungünstig herausstellte die Wände in anderen Winkeln als 90° zu planen. Dies haben wir mit langen Metallwinkeln gelöst, die wir in den richtigen Winkel gehämmert und mit den Kanthölzern bzw. der Spanplatte verschraubt haben.
Das PVC ist schon passend zugeschnitten, aber noch nicht reingelegt. Ansonsten müssen noch ein paar Schönheitsfehler behoben werden, z.B. da, wo der Umleimer beschädigt wurde. Das mache ich einfach mit Lackstift, da an diese Stellen keine Meeries knabbern können. Außerdem ist die Schutzfolie noch am Plexi. Das kommt natürlich noch weg.
Bei Gelegenheit wollen wir noch eine zweite Ebene bauen, die nicht fest mit dem Gehege verbunden wird. Das wird die Säuberung des Geheges erleichtern. Da sie aber ohne zweite Ebene aber eigentlich auch schon genug Platz haben werden, hat das noch Zeit.




Man sieht hier gar nicht so gut, dass das Gehege tatsächlich 277 cm breit ist. Und ohne Einrichtung ist es natürlich noch sehr unspektakulär. Aber ich wollte es trotzdem schonmal herzeigen. Es wird noch eine kleine Weile dauern, bis unsere Schweinchen einziehen können, da wir ja noch nicht umgezogen sind. Wenn es soweit ist gibt es nochmal Fotos mit Einrichtung und Bewohnern des Geheges. Und ich freue mich schon tierisch darauf, wenn die Schweinchen einziehen können. Neben dem neuen Gehege bekommen die Kleinen nämlich auch noch neue Freunde, die aber erst nach dem Umzug zu uns kommen!

Sonntag, 24. März 2013

Viel Arbeit fürs neue Heim

Hallo ihr, schön dass euch das "kleine" Projekt interessiert! :-)

Falls ihr euch gewundert habt, warum ich in diesem Titel etwas von Messiehaus geschrieben habe: Das war keine Übertreibung, sondern die traurige und dreckige Wahrheit. Das Haus war ein Messiehaus. Und das könnt ihr euch genau so vorstellen wie im TV - nur mit Geruch. Da wir keinen Entrümplungstrupp wie im TV hatten, haben wir es selbst ausgeräumt und den Müll aus Kostengründen nicht einfach in den Container geworfen sondern getrennt (mit Handschuhen, Schutzkleidung und teilweise mit Mundschutz). Insgesamt hat es drei Wochen gedauert bis Möbel, Bodenbeläge, Kleidung, Kram, Müll und Dreck ausgeräumt und entsorgt waren (ohne Keller). Es war teilweise so schlimm, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dort jemals wohnen zu wollen. Mittlerweile ist alles so verändert, dass gar nichts mehr an die katastrophalen Zustände erinnert. Auch der schlimme Geruch ist weg (es riecht nur noch nach Farbe, Putz, Lack und Laminat). Als ich vor ein paar Tagen die alten Fotos angeschaut habe konnte ich es kaum noch fassen. Die Fotos werde ich hier nicht zeigen. In diesem Zustand hat auch niemand außer uns und der Familie das Haus gesehen. Es war ekelhaft, dreckig und einfach unglaublich. Beinahe schlimmer war und ist für mich allerdings der Gedanke daran, dass sich Menschen sich selbst so wenig wert sein können um so zu hausen. Das gibt einem echt zu denken. Neben dem ganzen Schlimmen, gab es jedoch auch einige Kuriositäten zu entdecken, vor allem kuriose Sammlungen, z.B. Kaffeemilchdeckelsammlung, gebrauchte Pappkaffeebechersammlung, Brötchensammlung und eine Knoblauchknollenmitteldingsammlung (diese Strünke die in der Mitte übrig bleiben, wenn man die einzelnen Zehen von der Knolle abzupft). Das hat zwischendurch für einige Lacher gesorgt.
Es war schnell klar, dass das Haus komplett neu gemacht werden musste. Es war seit über dreißig Jahren nicht mehr renoviert worden. Einzig die Fenster sind vor ein paar Jahren ausgetauscht worden. Die Türen im Haus fanden wir sehr schön. Und da die (bis auf eine) in relativ gutem Zustand waren, haben wir sie behalten. Ansonsten musste alles neu gemacht werden. Ich versuche mal alles aufzulisten, was wir seitdem gemacht haben.
- neue Haustür eingesetzt
- neues Fenster in Abstellkammer eingesetzt
- Glasbausteine im Bad durch Fenster ersetzt
- alle Heizkörper ersetzt, neue Heizrohre verlegt
- Elektrik erneuert, Steckdosen und Lichtschalter erneuert (z.T. noch nicht fertig)
- alle Tapeten entfernt, alle Wände und Decken verputzt und abgeschliffen (teils mehrfach wegen extrem schiefen Wänden), Macken ausgespachtelt
- Laminat verlegt (Flur oben fehlt noch)
- Stuckleisten geklebt und verspachtelt
- Wände gestrichen (Ich habe 8 Räume gestrichen (doppelt)... ich mag nicht mehr... *mööp* ... nur noch Flur und Treppenhaus)
- Türen geschliffen und lackiert bzw. lasiert (noch nicht ganz fertig), Türrahmen geschliffen und gestrichen
- Rolladenkästen geschliffen und lackiert, Rolladenkästen gedämmt und Gurte ausgetauscht
- Fliesenspiegel in Küche geklebt und verfugt
- Marmorboden im Küche und Flur im Erdgeschoss aufgearbeitet
- Klo, Waschbecken und Badewanne herausgerissen
- neues Klo, Waschbecken und Badewanne eingebaut
- Fliesen abgeschlagen in Bad (prima zum Aggressionsabbau) und Flur (die unteren Flurwände war gefliest)
- geschrubbt und geputzt (Das ist bei so einem Dreck nicht zu unterschätzen. Ich habe zum Beispiel über vier Stunden gebraucht um die beiden Küchenfenster mitsamt Rahmen sauber zu schrubben, da die mit irgendeinem Schmierfilm bedeckt waren).
- Rigipsplatten an den Badwänden befestigt
- Rigipswand vor eine feuchte Wand gestellt, Luftlöcher ausgeschnitten
- Dachbodentür gebaut
- Natursteinwand geklebt und verfugt
Ich habe jetzt mit Sicherheit noch einiges vergessen, aber ich denke, dass ihr euch so schon mal ein Bild davon machen könnt, was unsere Renovierung alles beinhaltet hat.

Wir hatten durchaus Hilfe (zum Beispiel tolle Schleif- und Lackierhilfe durch Fanny oder Hilfe in allen Renovierungslagen durch unseren Kumpel/zukünftigen direkten Nachbarn), aber ich würde sagen, dass wir 90% der Arbeit ganz alleine erledigt haben. Die einzigen Profis die zum Einsatz kamen, waren die, die uns das Bad gefliest haben, nachdem wir zum einen einfach nicht mehr konnten und uns außerdem der Mut verlassen hat es selbst zu machen.

Der Großteil ist getan. Was jetzt noch fehlt ist vergleichsweise übersichtlich und wird noch erledigt bevor wir umziehen. Da wir noch auf Teile unserer Küche warten, können wir derzeit sowieso noch nicht umziehen.
- die Treppe abschleifen/-beizen und lasieren bzw. lackieren (Damit haben wir schon angefangen, es dauert leider ewig.)
- Flure und Treppenhaus streichen
- Abstellkammer streichen
- viele Kleinigkeiten, wie z.B. Silikon/Acryl an Fenstern und anderen Stellen anbringen
- Laminatübergangsprofile anbringen
- Türklingen anbringen (sind bestellt aber noch nicht da)

Vieles werden wir erst übers Jahr bzw. nächstes Jahr machen, z.B. Keller streichen, Dach dämmen.

Ich werde diese Woche mal versuchen Fotos zu machen, damit ihr seht wovon ich schreibe. Vielleicht ist es sinnvoll dies zimmerweise zu machen. Dann kann ich euch auch gleich von meinen Einrichtungsideen berichten.

Sonntag, 17. März 2013

Darf ich bekannt machen?

Das Haus!

Zu Beginn mal ein paar Eindrücke von außen, damit ihr euch ein bisschen vorstellen könnt, wie es um das Haus herum aussieht. Hier hat sich auch schon einiges getan und wird sich noch Vieles tun.
Das Haus wurde 1936 gebaut und hat eine Wohnfläche von etwa 160 qm, verteilt auf zwei Stockwerke. Insgesamt gibt es sechs Zimmer, eine Küche, ein Bad, zwei Flure mit Treppe, zwei Abstellkämmerchen, ein Keller und ein ausbaufähiger Dachboden.
Das ursprüngliche Haus wurde in den 60er Jahren durch einen Anbau erweitert (rechtes Bild). Darin befinden sich nun Bad und mein zukünftiges Näh- und Arbeitszimmer.







Wie man sehen kann haben wir eine Menge Holz vor der Hütte. Da wir damit heizen, können wir das natürlich gut gebrauchen. Wo der Haufen liegt, wird später der Parkplatz für mein Auto sein. Hinter dem Holzhaufen kann man einen kleinen Anbau erkennen, der unsere Heizanlage beherbergt. Auf dem rechten Bild sieht man die ehemalige Milchküche, in der sich eine Dusche und eine Toilette befinden (als Zusatz, drinnen gibt es noch ein richtiges Bad).





Da es sich um ein ehemaliges Bauernhaus handelt, darf eine große Scheune natürlich nicht fehlen. Herr Svea hat diese komplett neu gepflastert und leider mussten wir das schöne alte Holztor ersetzen. Hier gibt es jetzt ein unschönes neues Rolltor. In der Scheune befindet sich allerlei Kram von Herrn Svea (für die Arbeit),  und außerdem hat er sich eine kleine Schmiede eingerichtet. Auf dem rechten Bild sieht man die ehemalige Mistgrube, die mal mein Gemüsebeet werden will. Vorher muss natürlich das ganze Gerümpel (hauptsächlich Holz und Steine) weg. Im Herbst hat Herr Svea den alten Mist schon durch Erde ersetzt.


Hier (linkes Bild) soll irgendwann eine schöne Grillstation stehen, direkt neben dem Beet.
Das Nachbarhaus steht leer und der Garten beherbergt ein paar schöne Holunder- und Brombeerensträucher. Auf der Mauer befindet sich ein Vogelhäuschen, was Herr Svea vor einigen Wochen als Überraschung aus Resten gebaut hat.






Freitag, 15. März 2013

Aus Messiehaus wird ein Zuhause

Liebe Leser,

mir fallen zu diesem Thema tausende Titel ein, einer fieser und reißerischer als der andere. Der Titel, der es nun geworden ist, klingt vergleichsweise langweilig, beschreibt die Sache aber am allerbesten.
Der Grund, warum ich mich hier im letzten Jahr kaum gemeldet, kaum etwas genäht und vor allem so gut wie kein Privatleben hatte, ist der: Herr und Frau Svea sind im Sommer 2011 unverhofft zu einen Haus gekommen. Die Umstände sind nicht ganz so erfreulich, weswegen ich auch gar nicht mehr dazu schreiben werde. Wir standen vor der Wahl: nehmen oder nicht nehmen? Wir haben es genommen - mitsamt allen tollen und allen unerfreulichen Begleiterscheinungen. Die werdet ihr vermutlich nach und nach mitbekommen, wenn ich zukünftig vom Haus erzähle und zeige - und davon gibt es eine Menge.
Alles was ich zukünftig noch dazu schreiben werde, kann ich heute schon ganz kurz und knapp in einem Satz auf den Punkt bringen: Es ist der absolut wahnsinnigste Wahnsinn, sich so ein Projekt vorzunehmen!

Es stand fest, dass wir aus Kostengründen auf Handwerker verzichten werden, denn sonst hätten wir uns gegen das Projekt entscheiden müssen. Glücklicherweise ist Herr Svea handwerklich begabt und ich bin lernfähig (Und ich hab ganz schön viel gelernt!). Wir konnten leider noch nicht direkt im Sommer mit dem Haus anfangen, da wir noch gewisse Fristen abwarten mussten. Diese zogen sich dann so unglaublich dahin, dass wir erst im Dezember 2011 anfangen durften. Damit sind wir also inzwischen geschlagene 16 Monate am Sanieren und Renovieren - und wir sind noch nicht fertig. Es war für uns im Vorfeld nicht abzusehen, dass es sich so lange hinziehen würde. Wir wollten eigentlich schon längst eingezogen sein. Mittlerweile ist Land in Sicht und zwar soweit, dass wir (drückt eure Daumen!) in schätzungsweise 3-4 Wochen umziehen können. Dann sind wir zwar auch noch nicht fertig, aber es ist bewohnbar. :-)
Ich will in der nächsten Zeit versuchen euch hier nach und nach von verschiedenen Aspekten zu berichten. Und natürlich möchte ich ganz viel zeigen, da ich mächtig stolz auf uns und die Ergebnisse unserer Arbeit bin. Außerdem kann ich bestimmt eure Tipps und Ideen gebrauchen, wenn es bald ans Einrichten geht. Und darauf freue ich mich riesig!