Sonntag, 24. März 2013

Viel Arbeit fürs neue Heim

Hallo ihr, schön dass euch das "kleine" Projekt interessiert! :-)

Falls ihr euch gewundert habt, warum ich in diesem Titel etwas von Messiehaus geschrieben habe: Das war keine Übertreibung, sondern die traurige und dreckige Wahrheit. Das Haus war ein Messiehaus. Und das könnt ihr euch genau so vorstellen wie im TV - nur mit Geruch. Da wir keinen Entrümplungstrupp wie im TV hatten, haben wir es selbst ausgeräumt und den Müll aus Kostengründen nicht einfach in den Container geworfen sondern getrennt (mit Handschuhen, Schutzkleidung und teilweise mit Mundschutz). Insgesamt hat es drei Wochen gedauert bis Möbel, Bodenbeläge, Kleidung, Kram, Müll und Dreck ausgeräumt und entsorgt waren (ohne Keller). Es war teilweise so schlimm, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dort jemals wohnen zu wollen. Mittlerweile ist alles so verändert, dass gar nichts mehr an die katastrophalen Zustände erinnert. Auch der schlimme Geruch ist weg (es riecht nur noch nach Farbe, Putz, Lack und Laminat). Als ich vor ein paar Tagen die alten Fotos angeschaut habe konnte ich es kaum noch fassen. Die Fotos werde ich hier nicht zeigen. In diesem Zustand hat auch niemand außer uns und der Familie das Haus gesehen. Es war ekelhaft, dreckig und einfach unglaublich. Beinahe schlimmer war und ist für mich allerdings der Gedanke daran, dass sich Menschen sich selbst so wenig wert sein können um so zu hausen. Das gibt einem echt zu denken. Neben dem ganzen Schlimmen, gab es jedoch auch einige Kuriositäten zu entdecken, vor allem kuriose Sammlungen, z.B. Kaffeemilchdeckelsammlung, gebrauchte Pappkaffeebechersammlung, Brötchensammlung und eine Knoblauchknollenmitteldingsammlung (diese Strünke die in der Mitte übrig bleiben, wenn man die einzelnen Zehen von der Knolle abzupft). Das hat zwischendurch für einige Lacher gesorgt.
Es war schnell klar, dass das Haus komplett neu gemacht werden musste. Es war seit über dreißig Jahren nicht mehr renoviert worden. Einzig die Fenster sind vor ein paar Jahren ausgetauscht worden. Die Türen im Haus fanden wir sehr schön. Und da die (bis auf eine) in relativ gutem Zustand waren, haben wir sie behalten. Ansonsten musste alles neu gemacht werden. Ich versuche mal alles aufzulisten, was wir seitdem gemacht haben.
- neue Haustür eingesetzt
- neues Fenster in Abstellkammer eingesetzt
- Glasbausteine im Bad durch Fenster ersetzt
- alle Heizkörper ersetzt, neue Heizrohre verlegt
- Elektrik erneuert, Steckdosen und Lichtschalter erneuert (z.T. noch nicht fertig)
- alle Tapeten entfernt, alle Wände und Decken verputzt und abgeschliffen (teils mehrfach wegen extrem schiefen Wänden), Macken ausgespachtelt
- Laminat verlegt (Flur oben fehlt noch)
- Stuckleisten geklebt und verspachtelt
- Wände gestrichen (Ich habe 8 Räume gestrichen (doppelt)... ich mag nicht mehr... *mööp* ... nur noch Flur und Treppenhaus)
- Türen geschliffen und lackiert bzw. lasiert (noch nicht ganz fertig), Türrahmen geschliffen und gestrichen
- Rolladenkästen geschliffen und lackiert, Rolladenkästen gedämmt und Gurte ausgetauscht
- Fliesenspiegel in Küche geklebt und verfugt
- Marmorboden im Küche und Flur im Erdgeschoss aufgearbeitet
- Klo, Waschbecken und Badewanne herausgerissen
- neues Klo, Waschbecken und Badewanne eingebaut
- Fliesen abgeschlagen in Bad (prima zum Aggressionsabbau) und Flur (die unteren Flurwände war gefliest)
- geschrubbt und geputzt (Das ist bei so einem Dreck nicht zu unterschätzen. Ich habe zum Beispiel über vier Stunden gebraucht um die beiden Küchenfenster mitsamt Rahmen sauber zu schrubben, da die mit irgendeinem Schmierfilm bedeckt waren).
- Rigipsplatten an den Badwänden befestigt
- Rigipswand vor eine feuchte Wand gestellt, Luftlöcher ausgeschnitten
- Dachbodentür gebaut
- Natursteinwand geklebt und verfugt
Ich habe jetzt mit Sicherheit noch einiges vergessen, aber ich denke, dass ihr euch so schon mal ein Bild davon machen könnt, was unsere Renovierung alles beinhaltet hat.

Wir hatten durchaus Hilfe (zum Beispiel tolle Schleif- und Lackierhilfe durch Fanny oder Hilfe in allen Renovierungslagen durch unseren Kumpel/zukünftigen direkten Nachbarn), aber ich würde sagen, dass wir 90% der Arbeit ganz alleine erledigt haben. Die einzigen Profis die zum Einsatz kamen, waren die, die uns das Bad gefliest haben, nachdem wir zum einen einfach nicht mehr konnten und uns außerdem der Mut verlassen hat es selbst zu machen.

Der Großteil ist getan. Was jetzt noch fehlt ist vergleichsweise übersichtlich und wird noch erledigt bevor wir umziehen. Da wir noch auf Teile unserer Küche warten, können wir derzeit sowieso noch nicht umziehen.
- die Treppe abschleifen/-beizen und lasieren bzw. lackieren (Damit haben wir schon angefangen, es dauert leider ewig.)
- Flure und Treppenhaus streichen
- Abstellkammer streichen
- viele Kleinigkeiten, wie z.B. Silikon/Acryl an Fenstern und anderen Stellen anbringen
- Laminatübergangsprofile anbringen
- Türklingen anbringen (sind bestellt aber noch nicht da)

Vieles werden wir erst übers Jahr bzw. nächstes Jahr machen, z.B. Keller streichen, Dach dämmen.

Ich werde diese Woche mal versuchen Fotos zu machen, damit ihr seht wovon ich schreibe. Vielleicht ist es sinnvoll dies zimmerweise zu machen. Dann kann ich euch auch gleich von meinen Einrichtungsideen berichten.

Kommentare:

  1. Oh mein Gott. Das klingt nach soo hammer viel Arbeit. Respekt das ihr euch an so ein Mammutprojekt gewagt habt. Ö__Ö

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  2. Hallo,

    ich bin letzt auf deinen Blog gestossen - und sage nur: "Respekt" was ihr jetzt schon alles geschafft habt! .. Es ist sicherlich nicht einfach was ihr gemacht habt.
    Du schreibst, du kannst nicht verstehen, das sich Menschen selbst so wenig wert sein können... zum einen sicherlich das, zum andern geben sich manche auch einfach auf und merken dann selbst nicht mehr was um sie herum passiert, ob es schmutzig/dreckig/vermüllt ist oder nicht ist denen dann komplett egal...

    ganz liebe Grüße und ich wünsche euch noch die Kraft die ihr braucht
    Patricia

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